Dübel hält nicht? So bohrst und dübelst du richtig – je nach Wand

Aktualisiert: · 5 Min. Lesezeit

Bohrmaschine an einer hellen Wand mit Bohrloch, daneben verschiedene Dübel, Schrauben und ein Leitungssuchgerät
Die Kurzantwort

Meist passt der Dübel nicht zur Wand oder das Loch ist zu groß. Prüfe zuerst den Untergrund am Bohrmehl: grau und hart = Beton, rot = Ziegel (bricht der Bohrer plötzlich durch: Lochziegel), weiß und weich = Gips/Gipskarton. Dann gilt: Loch exakt im Dübeldurchmesser, bei Lochziegel ohne Schlag bohren, Bohrmehl aussaugen, passende Schraubenstärke nehmen. Ist das Loch ausgerissen: Injektions- bzw. Flüssigdübel verwenden oder versetzt neu bohren. Bei Gipskarton helfen Kipp- oder Hohlraumdübel.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links (mit * gekennzeichnet). Kaufst du darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ändert sich der Preis nicht.

⚠️ Sicherheit: Vor dem Bohren immer nach Leitungen suchen. Stromleitungen verlaufen in der Regel senkrecht und waagerecht zu Steckdosen und Schaltern sowie in Streifen unter der Decke, über dem Boden und neben Türen und Fenstern, in Altbauten aber oft auch kreuz und quer. Ein Leitungssucher ortet Metall und stromführende Leitungen, Kunststoff-Wasserrohre aber nicht immer. Im Zweifel die Sicherung ausschalten. Beim Bohren Schutzbrille tragen, bei viel Staub eine FFP2-Maske. Schwere Lasten (Hängeschränke, TV-Halterungen, Waschbecken) nur mit dafür zugelassenen Dübeln und nach Herstellerangaben befestigen.

Warum hält der Dübel nicht?

Ein Dübel hält durch Spreizen (er drückt gegen die Lochwand), durch Verknoten in Hohlräumen oder durch Hinterschnitt hinter einer Platte. Das funktioniert nur, wenn Wand, Bohrloch, Dübel und Schraube zusammenpassen. Die häufigsten Gründe fürs Versagen:

  • Falscher Dübel für die Wand, z. B. ein einfacher Spreizdübel in Gipskarton.
  • Loch zu groß, weil der Bohrer eiert, stumpf ist oder in Lochziegel mit Schlag gebohrt wurde.
  • Bohrmehl im Loch, sodass der Dübel nicht tief genug sitzt oder nicht spreizt.
  • Schraube zu dünn oder zu kurz, sodass der Dübel nicht aufgeht.
  • Nur im Putz: Der Dübel steckt in der weichen Putzschicht statt im Mauerwerk.

Schritt 1: Wand erkennen

Bohrmehl / Gefühl Wandtyp Bohren Dübel
grau, sehr hart, langsamer Fortschritt Beton mit Schlag Spreiz- oder Universaldübel
rot, gleichmäßig Vollziegel mit Schlag Spreiz- oder Universaldübel
rot, Bohrer „fällt“ immer wieder durch Lochziegel ohne Schlag Universaldübel (lang) oder Injektion
weiß, sehr weich, leicht Porenbeton (Ytong) ohne Schlag Porenbetondübel / Universaldübel
weiß, dünne Platte, dahinter hohl Gipskarton ohne Schlag Kipp- oder Hohlraumdübel

Schritt 2: Richtig bohren

  1. Leitungen suchen: mit dem Leitungssucher den Bereich abfahren und typische Leitungswege meiden (senkrecht und waagerecht von Steckdosen und Schaltern).
  2. Stelle markieren, auf Fliesen ein Stück Malerkrepp aufkleben.
  3. Staub auffangen: Staubfänger auf den Bohrer oder gefalteten Zettel unter das Loch.
  4. Gerade bohren, Bohrer im Dübeldurchmesser, etwa 10 mm tiefer als die Dübellänge.
  5. Loch aussaugen, besonders in Beton.
  6. Dübel bündig einsetzen und Schraube passender Stärke und Länge eindrehen.

Schritt 3: Ausgerissenes Loch retten

  • Nächste Dübelgröße: Loch mit dem passenden größeren Bohrer sauber aufbohren und einen größeren Dübel setzen. Das klappt bei leicht ausgeleierten Löchern.
  • Flüssig- bzw. Injektionsdübel: Bei ausgebrochenen Löchern Masse einspritzen und nach der Aushärtung laut Packung schrauben. Hält auch in bröseligem Mauerwerk und Lochziegeln.
  • Versetzt neu bohren: Ein paar Zentimeter daneben, wenn das Anbauteil das zulässt. Das alte Loch mit Spachtelmasse schließen.

Sonderfall Gipskarton

Normale Spreizdübel drücken die Gipsplatte nur auseinander und reißen heraus. In Rigips gehören Kipp-, Hohlraum- oder Spiraldübel, die sich hinter der Platte abstützen. Schwere Lasten wie Hängeschränke möglichst an den Ständern (Metall- oder Holzprofile) befestigen. Diese findest du mit dem Leitungssucher oder durch Abklopfen.

Häufige Fehler

  • Mit Schlag in Lochziegel bohren. Die Stege brechen, das Loch wird riesig.
  • Bohrmehl im Loch lassen. Der Dübel sitzt nicht richtig.
  • Zu dünne Schraube. Der Dübel spreizt nicht und dreht mit.
  • Ohne Leitungscheck bohren. Ein getroffenes Kabel ist gefährlich und teuer.

Produkte, die wirklich helfen

Wir empfehlen nur, was zum Problem passt. Hausmittel reichen oft – Produkte sind die bequeme oder dauerhafte Lösung.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links (mit * gekennzeichnet). Kaufst du darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision – für dich ändert sich der Preis nicht.

Bosch Truvo Leitungssuchgerät (2. Generation)*

Ortet Metall (z. B. Kupferleitungen, Stahl) und stromführende Leitungen in der Wand. Kleine Investition, die teure und gefährliche Fehler verhindert.

Bei Amazon ansehen*

fischer DuoPower 6x30 Universaldübel*

Zwei-Komponenten-Dübel für fast alle Wände: spreizt in Vollbaustoffen und knotet sich in Lochziegeln und Plattenbaustoffen. Gute Allround-Wahl für den Haushalt.

Bei Amazon ansehen*

fischer DuoTec 10 Kippdübel (Gipskarton)*

Für Gipskarton und andere Plattenwerkstoffe: Der Dübel klappt hinter der Platte um und verteilt die Last. Viel tragfähiger als Spreizdübel in Rigips.

Bei Amazon ansehen*

fischer Fill & Fix (Flüssigdübel)*

Rettet ausgerissene oder zu große Bohrlöcher: Masse einspritzen, kurz aushärten lassen, dann direkt hineinschrauben bzw. neu bohren (Verarbeitung laut Packung).

Bei Amazon ansehen*

wolfcraft Staubfänger für Bohrer*

Wird auf den Bohrer gesteckt und fängt das Bohrmehl direkt an der Wand auf. Ideal über Sofa, Bett oder Teppich.

Bei Amazon ansehen*

Bosch CYL-3 Betonbohrer-Set (7-tlg.)*

Hartmetallbohrer in gängigen Durchmessern für Beton und Mauerwerk. Stumpfe Bohrer erzeugen unrunde, zu große Löcher, in denen kein Dübel hält.

Bei Amazon ansehen*

* Werbelink: Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.

So passiert es nicht wieder

  • Bohrer- und Dübeldurchmesser gleich wählen (6er Dübel = 6er Bohrer) und den Bohrer gerade halten.
  • Bohrloch etwa 10 mm tiefer als der Dübel lang ist und das Bohrmehl gründlich aussaugen oder ausblasen.
  • Schraubenstärke passend zum Dübel (steht auf der Packung, z. B. 4–5 mm für 6er Dübel). Die Schraube muss durch den Dübel hindurch ragen.
  • Schlagbohren nur in Beton und Vollziegel, bei Lochziegel, Porenbeton und Kalksandstein mit Hohlräumen ohne Schlag bohren.
  • Dübel bündig setzen, nicht im Putz enden lassen, sonst bricht der Putz aus.
  • Für schwere Lasten mehrere Befestigungspunkte und Herstellerangaben zur Tragfähigkeit beachten.

Häufige Fragen

Wie lang muss die Schraube sein?

Faustregel: Dübellänge + Dicke des Anbauteils + etwa einen Schraubendurchmesser. Bei einem 6x30-Dübel und einem 15 mm dicken Brett also rund 50 mm. Die Schraube muss vorne aus dem Dübel ragen, damit er voll spreizt.

Warum dreht der Dübel im Loch mit?

Das Loch ist zu groß oder ausgebrochen, der Dübel zu klein oder der Untergrund zu weich bzw. hohl. Abhilfe: Dübel eine Größe größer, Injektions- bzw. Flüssigdübel oder bei Hohlräumen einen Kipp- oder Hohlraumdübel.

Wie bohre ich fast ohne Staub?

Einen Staubfänger auf den Bohrer stecken, oder einen gefalteten Haftnotizzettel als kleine Tasche unter das Bohrloch kleben. Noch besser: Ein Helfer hält die Düse des Staubsaugers direkt unter das Loch. Danach das Bohrloch aussaugen, das verbessert auch den Halt.

Kann ich in Fliesen bohren?

Ja, mit einem Fliesen- oder Glasbohrer und ohne Schlag. Ein Stück Malerkrepp auf der Fliese verhindert das Abrutschen. Möglichst in die Fliese statt in die Fuge bohren, weil Fugen leichter ausbrechen. Erst nach der Fliese auf den passenden Steinbohrer wechseln.

Ähnliche Probleme

Mehr aus Werkzeug & Heimwerken ›