Waschmaschine stinkt: Ursachen und die Lösung in 5 Schritten

Aktualisiert: · 5 Min. Lesezeit

Weiße Frontlader-Waschmaschine mit offener Tür, gefaltete weiße Handtücher und Eukalyptuszweig
Die Kurzantwort

Der Geruch kommt fast immer von einem Bakterien-Biofilm, der sich bei vielen Wäschen mit niedrigen Temperaturen bildet. Reinige Türdichtung, Waschmittelfach und Flusensieb und lass dann einen Leerlauf bei 60–90 °C mit Pulver-Vollwaschmittel oder Maschinenreiniger laufen. Danach Tür und Fach immer offen lassen und regelmäßig 60 °C waschen.

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⚠️ Sicherheit: Vor dem Öffnen des Flusensiebs Netzstecker ziehen und das Gerät abkühlen lassen. Es läuft Restwasser heraus, also Handtuch und flache Schale bereitstellen. Reiniger nicht mischen, vor allem keine chlorhaltigen Mittel mit Säuren wie Essig oder Entkalker.

Woher der Gestank kommt

Moderne Waschmaschinen und Waschmittel sind auf niedrige Temperaturen ausgelegt. Das spart Energie, hat aber eine Nebenwirkung: Bei 20, 30 oder 40 °C werden viele Bakterien nicht abgetötet. Zusammen mit Hautschuppen, Fasern, Fett und Resten von Weichspüler und Flüssigwaschmittel bilden sie einen schmierigen Biofilm. Er sitzt an Stellen, die nie richtig trocknen: in der Falte der Gummimanschette, im Einspülkasten, im Flusensieb und im Laugenbehälter hinter der Trommel. Die Bakterien bauen organisches Material ab, und dabei entsteht der typische muffige oder faulige Geruch.

Begünstigt wird das durch:

  • Fast nur 30- und 40-Grad-Wäschen, kaum noch 60 °C.
  • Flüssigwaschmittel und Colorwaschmittel, die keine Bleiche enthalten.
  • Viel Weichspüler.
  • Tür und Fach, die nach dem Waschen geschlossen bleiben.
  • Ein verstopftes Flusensieb, in dem Wasser und Schmutz stehen.

Die Lösung in 5 Schritten

1. Gummimanschette reinigen

Zieh die Gummidichtung an der Tür vorsichtig nach vorne und schau in die Falte. Dort sammeln sich Wasser, Haare, Flusen, manchmal Münzen oder Socken, oft auch schwarzer Belag. Wische alles mit einem Tuch und warmem Wasser mit etwas Spülmittel oder Allzweckreiniger aus und trockne die Falte. Schwarze Stellen, die nicht abgehen, sind oft Schimmel. Behandle sie mit 70 %igem Alkohol. Bleiben sie dauerhaft, sitzt der Belag im Gummi, ist aber meist harmlos, solange es nicht mehr riecht.

2. Waschmittelfach (Einspülkasten) säubern

Zieh das Fach ganz heraus. Bei den meisten Modellen gibt es eine Entriegelung, die Anleitung verrät, wo. Spüle es mit warmem Wasser und einer alten Zahnbürste aus. Vergiss nicht den Schacht, in dem das Fach sitzt: Dort oben sitzt oft der schlimmste Belag. Mit einer Taschenlampe hineinleuchten und mit Bürste oder Tuch reinigen.

3. Flusensieb (Fremdkörperfalle) reinigen

Meist unten rechts hinter einer kleinen Klappe. Stecker ziehen, Handtuch und flache Schale bereitlegen. Gibt es einen Notentleerungsschlauch, damit zuerst das Restwasser ablassen. Dann das Sieb langsam herausdrehen, Flusen, Haare und Fremdkörper entfernen, das Sieb unter fließendem Wasser abspülen und wieder fest einschrauben. Kontrolliere hinterher, ob es dicht ist.

4. Heißer Leerlauf

Jetzt kommt die eigentliche Reinigung. Starte einen Leerwaschgang mit der höchsten Temperatur (60–90 °C, am besten Koch-/Buntwäsche ohne Wäsche) mit einer dieser Varianten:

  • Pulver-Vollwaschmittel (ca. eine normale Dosis): Die enthaltene Sauerstoffbleiche löst den Biofilm.
  • Maschinenreiniger nach Packungsanleitung: praktisch, wenn es schon stark riecht.

Bei starkem Geruch kannst du den Leerlauf einmal wiederholen.

5. Trocknen lassen

Nach dem Leerlauf Manschette trocken wischen und Tür und Fach offen lassen. Ab jetzt gilt das nach jeder Wäsche.

Riecht es aus dem Abfluss?

Wenn es eher nach Kanal riecht als muffig, liegt die Ursache möglicherweise nicht in der Maschine, sondern im Abwasseranschluss. Ein ausgetrockneter oder fehlender Geruchsverschluss (Siphon) lässt Kanalgase hoch. Prüfe, ob der Ablaufschlauch korrekt mit Bogen eingehängt ist oder an einem Siphon hängt. Bei einem Anschluss am Waschbecken-Siphon kann auch dieser verstopft sein.

Wann der Kundendienst ran muss

Kommt der Gestank nach einer gründlichen Reinigung innerhalb weniger Tage zurück, pumpt die Maschine nicht richtig ab oder steht Wasser in der Trommel, kann die Laugenpumpe oder ein Schlauch verstopft sein. Dann lohnt sich ein Blick vom Fachmann, vor allem, solange noch Garantie besteht.

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So passiert es nicht wieder

  • Nach dem Waschen Tür und Waschmittelfach offen lassen, damit alles abtrocknet.
  • Mindestens einmal im Monat 60 °C mit Pulver-Vollwaschmittel waschen, ideal für Handtücher, Bettwäsche und Unterwäsche.
  • Weichspüler sparsam oder gar nicht verwenden, denn er fördert schmierige Rückstände.
  • Waschmittel richtig dosieren (Wasserhärte beachten). Zu viel bleibt als Film zurück.
  • Nasse Wäsche sofort herausnehmen und nicht stundenlang in der Trommel liegen lassen.
  • Alle 1–3 Monate Gummimanschette und Fach auswischen, Flusensieb je nach Nutzung alle paar Monate reinigen.

Häufige Fragen

Hilft Essig gegen Gestank in der Waschmaschine?

Davon raten viele Hersteller ab: Säure kann auf Dauer Gummidichtungen und Schläuche angreifen. Gegen Biofilm wirken ein heißer Leerlauf mit Pulver-Vollwaschmittel oder ein Maschinenreiniger zuverlässiger.

Brauche ich einen Hygienespüler?

In einem gesunden Haushalt meist nicht. Das Umweltbundesamt rät von routinemäßiger Wäsche-Desinfektion ab. Wichtiger sind regelmäßige 60-°C-Wäschen mit Vollwaschmittel und eine trockene Maschine. Ausnahmen sind z. B. ansteckende Krankheiten im Haushalt.

Warum riecht die Wäsche nach dem Waschen muffig?

Entweder ist die Maschine selbst belastet (siehe oben), oder die Wäsche lag zu lange nass in der Trommel bzw. ist zu langsam getrocknet. Dann die Ladung noch einmal bei passender Temperatur waschen und zügig trocknen.

Wie oft sollte ich die Waschmaschine reinigen?

Einen Leerlauf bei 60–90 °C etwa alle 1–2 Monate, wenn du überwiegend kalt wäschst. Wenn du regelmäßig 60 °C mit Pulver wäschst, reicht oft eine Reinigung alle paar Monate.

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